Eigenverantwortung des Erben

Immobilien im Wert von 120 000 Euro plus 80 000 Euro Geld- und Wertpapiervermögen. Eine Erbschaft in dieser Größenordnung reicht, um für sieben Jahre und sieben Monate den Lebensunterhalt zu bestreiten. So lautet eine Rechnung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen.

Der Erbe, ein Sozialhilfeempfänger Mitte 40, machte für sich persönlich eine ganz andere Rechnung auf. Der Alkoholiker genoss zwei Jahre lang sein Leben und verbrachte halbe Tage in der Kneipe. Nach 24 Monaten war das ererbte Vermögen futsch. Er ging daraufhin zum Jobcenter und beantragte Grundsicherung für sich. Der Antragsteller bekam das Geld, musste es aber nach einer Gerichtsentscheidung wieder herausgeben. Die Begründung des Urteils lautet: Der Mann habe seine Hilfsbedürftigkeit selbst herbeigeführt. Die Verschwendung einer Erbschaft sei sozialwidrig,

Erben, die nicht haushalten, handeln nach Auffassung des Gerichts „grob fahrlässig“ und in „missbilligenswerter Weise zu Lasten der Solidargemeinschaft“.

Aktenzeichen: L13 AS 111/17

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